Landwirtschaft
Zum Landwirtschaftsfest
NEUMARKT. Der Bayerische Bauernverband in Neumarkt bietet Busse zum Landwirtschaftsfest in München an.
In der Zeit vom 20. bis 28. September findet das Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest beim Oktoberfest in München statt. Veranstalter ist der Bayerische Bauernverband in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Auf 120.000 Quadratmetern präsentiert sich die ganze Vielfalt bäuerlicher Land- und Forstwirtschaft. Jeder Tag steht unter einem eigenen Motto und stellt bayerische Spezialitäten in den Mittelpunkt. Über 650 Aussteller präsentieren ihre Produkte. Eröffnet wird das große Fest am Samstag, 20. September von Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein.
Die Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes in Neumarkt bietet am Montag, 22., und Samstag, 27. September, zwei Busfahrten an. Anmeldungen unter Telefon 09181/266840. Für Mitglieder gibt es verbilligte Eintrittskarten mit MVV-Nutzung.
25.07.08
"Geld muß hier bleiben"
NEUMARKT. "Nicht ausgeschöpfte Gelder des EU-Agrarhaushaltes müssen in der Landwirtschaft bleiben", fordert Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe und Landesvorsitzender der CSU-Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft.
Albert Deß: "Die EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel fordere ich auf, sich für eine sinnvolle Verwendung von nicht genutzten EU-Agrargeldern einzusetzen. EU-Mittel, die für den Agrarbereich vorgesehen sind, müssen bei den Landwirten und den landwirtschaftlichen Betrieben ankommen."
Eine Möglichkeit, nicht genutzte Agrargelder zweckmäßig einzusetzen, sei die Beteiligung an einem Milchfonds. Besonders für die landwirtschaftlichen Betriebe in den bayerischen Mittelgebirgen, in benachteiligten Gebieten und im Alpenvorland sei dieser Fonds notwendig, um auf unvorhersehbare und schwierige Situationen im Milchbereich schnell reagieren zu können. In diesen Regionen sei eine flächendeckende Landbewirtschaftung schwieriger und wegen des hohen Grünland- und Ackerfutteranteils gäbe es oft keine Alternative zur Milchviehhaltung.
Außerdem müßten sich die Landwirte darauf verlassen können, dass die Direktbeihilfen bis 2013 unverändert bleibe. Die EU-Kommission dürfe nicht durch eine weitere Kürzung und noch mehr Umverteilung viele bayerische Betriebe in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährden. Die EU-Agrarpolitik der Kommission müsse die Interessen der europäischen Landwirte in den Mittelpunkt rücken.
17.07.08
Kuh im Landratsamt

Die lebensgroße "Faironika" soll in der Aula des Landratsamtes auf die Lage der Milchbauern hinweisen.
NEUMARKT. Eine schwarz-rot-goldene Kuh soll in der Aula des Neumarkter Landratsamtes an die Nöte der Milchbauern im Landkreis erinnern.
Landrat Löhner und Regina-Geschäftsführer Uwe Krappitz erhielten die lebensgroße "Faironika" zum Dank für ihre Unterstützung.
Die Milchbauern wollen weiter gemeinsam mit Landrat Löhner für einen fairen Milchpreis kämpfen, "der den bäuerlichen Familienbetrieben eine Existenzgrundlage bietet", hieß es am Montag.
Die Neumarkter Kreis-Vorstandschaft des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter mit Fritz Wienert, Bernhard Hiltl und Xaver Geitner übergab dazu dem Landkreischef und Regina GmbH Geschäftsführer Uwe Krappitz als Symbol eine lebensgroße "Faironika".
Die Kuh-Plastik soll nun im Foyer des Landratsamtes die Besucher auf die schwierige Lage der Milchbauern hinweisen und nach den Worten des Landrates zur "notwendigen Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung" beitragen.
"Wir brauchen faire Milchpreise für unsere bäuerlichen Familienbetriebe im Landkreis. Sie bilden das Rückgrat unserer Landwirtschaft und damit auch des ländlichen Raumes. Dafür setzen wir uns gemeinsam ein", sagte Löhner am Montag.
14.07.08
"Noch unbefriedigend"
NEUMARKT. Die Milchpreise seien "nach wie vor unbefriedigend", hieß es bei einer Versammlung des Neumarkter Bauernverbandes.
Einen vollen Saal konnte Kreisobmann Martin Schmid in Hollerstetten begrüßen. Der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes hatte zu einer Mitgliederversammlung zum Thema "Milchpreise" eingeladen. In der Veranstaltung holten sich die Mitglieder, dabei auch viele Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, Informationen aus erster Hand. Kreisobmann Martin Schmid machte deutlich, dass die angelieferte Milchmenge entscheidend sein werde für den Milchpreis. Der Bauernverband setze sich deswegen für eine Quotendisziplin ein. "Gemeinsam muss das Mengenproblem in den Griff bekommen werden" so Schmid.
Er berichtete vom Deutschen Bauerntag in Berlin, wo Kanzlerin Merkel deutliche Worte pro Landwirtschaft fand. Die Delegierten forderten von der Kanzlerin, so Schmid, eine Harmonisierung der Energiekosten für die Bauern: "Es kann nicht sein, dass Bauern im europäischen Ausland eine weit niedrigere Steuer auf Agrardiesel bezahlen. Das ist wettbewerbsverzerrend."
Gerhard Meier, Geschäftsführer von
Bayernland und
Domspitzmilch, zeigte gesicherte Zahlen zur Milchproduktion in Europa. "Es gibt keinen deutschen Milchmarkt, sondern einen europäischen Milchmarkt" so Meier. Die Erzeugung in Europa liege bei 146 Millionen Tonnen, in Deutschland bei 29 Millionen Tonnen, davon in Bayern 7,5 Millionen Tonnen. Zehn Prozent der europäischen Milchmenge müsse ins europäische Ausland exportiert werden. Hauptproblem sei die gesteigerte Milchproduktion im Jahr 2008, denn im ersten Quartal 2008 wurden in der gesamten Europäischen Union gut eine Million Tonnen mehr Milch von den Verarbeitungsunternehmen erfasst als in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Die Nachfrage nach Milchprodukten sei jedoch um etwa 15 Prozent zurückgegangen.
Meier kam zu dem Fazit, dass durch die erhöhte Produktion zuviel Milch auf dem Markt ist und im Gegenzug zu wenig verbraucht wird. Er forderte von der EU-Politik eine Stützung für die Butterfettproduktion, die Möglichkeit, Exporterstattungen wieder zu nutzen und Quotenerhöhungen auszusetzen. Aus Sicht der Milcherzeuger forderte er eine Abschaffung der Molkereisaldierung und der nationalen Saldierung. Nach Auslaufen der Milchquote sei eine europaweite Mengensteuerung notwendig. Ob dies in Bauernhand möglich sei, bezweifelte Meier.
Als zweiter Referent trat der Milchbauer Günther Felßner aus dem Nürnberger Land auf, Mitglied im Verband bayerischer Milcherzeuger. Er zeigte die Gemeinsamkeiten auf, die Bauernverband und BDM im Kampf um bessere Milchpreise haben. Im EU-Außenschutz seien die Forderungen der Verbände gleich. Wie der BDM fordere der Bauernverband eine Mengensteuerung. Hierzu sollte es jedoch eine gesetzliche Regelung geben. "Mengensteuerung auf freiwilliger Basis ohne Sanktionen wird nicht funktionieren" so Felßner. Er befürwortete einen breiten Kampf mit verschiedenen Mitteln wie zum Beispiel die
BayernMEG (Zusammenschluss der bayerischen Milcherzeugergemeinschaften), die die Milch direkt am Marktgeschehen bündelt und auch das
Milchboard, das die Forderung nach einem Basismilchpreis von 43 Cent pro Kilo aufgestellt hat.
Als Konsequenz schloss er, dass am Milchmarkt sowohl Bauernverband wie auch BDM parallel tätig sein können. Das Gerücht, dass der Bauernverband eine Molkereiquote wolle, sei aus der Luft gegriffen. Bei den Discountern werde derzeit eine höherpreisige "Bayerische Bauernmilch" angeboten. Dies sei zwar keine Lösung für einen Basismilchpreis, eine Marke setze das Angebot allemal.
Felßner forderte die Berufskollegen in der ganzen EU auf, ihre Milchquoten einzuhalten. Die Politik müsse die Saldierungsmöglichkeiten abschaffen und ein Konzept für eine funktionierende Milchmengensteuerung müsse auf den Weg gebracht werden. Ablehnend stand er Kürzungen von Ausgleichszahlungen gegenüber.
Sowohl Felßner wie auch Meier kritisierten das schwache Kartellrecht, das Fusionen im Einzelhandel zulässt und die Produktion aber behindert. Einen Appell richtete Felßner an die Anwesenden: "Schreiten wir gemeinsam voran und behindern wir uns nicht gegenseitig". Er bat, auch nicht außer acht zu lassen, dass der Bauernverband eine umfassende Interessensvertretung bietet, die nicht nur die Milchmarkpolitik beinhaltet. Vielmehr kämpfe der Bauernverband auch auf anderen Gebieten wie zum Beispiel der Erbschaftssteuer, Überprüfung der Agrarreform, Sozialrecht oder Bürokratieabbau. Alles dies nütze auch den Milchbauern.
10.07.08
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