Landwirtschaft
Kundgebung vor dem Amt
NEUMARKT. Der Protest geht weiter: die Milchbauern wollen am Freitag-Vormittag vor dem Neumarkter Landwirtschaftsamt demonstrieren.
Wie "überall in Deutschland" wollen sich die Milchbauern vor den Landwirtschaftsämtern zu Kundgebungen treffen, "um klar aufzuzeigen, daß sie nicht nach Subventionen rufen" sondern nach einer "flexiblen Milchmengensteuerung in bäuerlicher Hand", um die Produktion am Markt anzupassen, hieß es. Dies würde "keinen Cent Steuergelder kosten".
Mit dieser Aktion will man Romuald Schaber in Berlin unterstützen, der um 14 Uhr bei der Kanzlerin zu einem Gespräch eingeladen ist.
Vor dem Neumarkter Landwirtschaftsamt treffen sich die Landwirte bereits um 11.30 Uhr.
Bus nach Brüssel
Auf "Druck der Europäischen Milchbauern" findet am Montag eine Sonderkonferenz der EU-Agrarminister in Brüssel statt, bei der es um die Gestaltung des Zukünftigen Milchmarkts geht.
"Da wir die Europäischen Kollegen in Brüssel unterstützen werden, startet auch ein Bus aus dem Landkreis Neumarkt", hieß es von den Neuumarkter Milchbauern. Abfahrt ist in der Nacht auf Montag um 0.15 Uhr auf dem Pendlerparkplatz bei der Autobahn Ausfahrt Neumarkt.
Anmeldungen sind bis Samstag-Abend bei Fritz Wienert, Telefon 09182/1662, Bernhard Hiltl, Telefon 09492/600679, oder Xaver Geitner, Telefon 09182/902064 möglich.
01.10.09
80 Prozent aus der Region

Kartoffelernte im Raum Neumarkt.

Im frühen Herbst ist die Hauptanlieferungszeit.
NEUMARKT. Ein Großabnehmer sorgt seit einigen Jahrzehnten dafür, daß das fast eingeschlafene Kartoffelanbaugebiet um Neumarkt wieder aufblüht.
Die bayerische Kartoffelspezialität schlechthin, der Kloß – auch Knödel genannt –, gehört einfach zu einem guten bayerischen Essen. Der Kloßteig der Neumarkter Firma "Burgis Feinkost" wird dabei ausschließlich aus Kartoffeln aus regionalem und kontrolliertem Vertragsanbau hergestellt.
Um für die Herstellung Rohstoffe in idealer, definierter Qualität verfügbar zu haben, entschloman sich bei "Burgis" bereits 1986 zum Vertragsanbau mit einer Erzeugergemeinschaft. Nachfragebedingt praktiziert man seit 1990 mit einer weiteren Erzeugergemeinschaft kontrollierten Vertragsanbau.
Mit dem Großteil der Erzeuger besteht eine langjährige Geschäftsbeziehung, teilweise bereits in der zweiten Generation. Dieser Kontakt entstand aus der langjährigen Zusammenarbeit bei regelmäßiger Besichtigung von Feldbeständen, sowie Lager und Sortiereinrichtungen bei den Landwirten, heißt es von "Burgis".
Dabei wird die Einhaltung der Vertragsregeln bezüglich Pflanzkartoffeln, Düngung, Pflanzenschutz, Fruchtfolge aber auch Lagerung und Aufbereitung überprüft und protokolliert. Daneben führt der Landwirt eine Schlagkartei mit sämtlichen produktionsspezifischen Daten. Diese dient als Basis der Produktkontrolle durch die "Burgis-Qualitätssicherung". Die Verwendung der Produktionsmittel Dünger und Pflanzenschutz soll damit optimiert werden.
63 Mitglieder gründeten im Februar 1987 die "Erzeugergemeinschaft Neumarkt und Umgebung". Die größtenteils aus dem Landkreis Neumarkt stammenden Landwirte bauten rund 80 Hektar Kartoffeln an, heute werden von 36 Landwirten rund 10.000 Tonnen angebaut. Das Anbaugebiet reicht von Sulzbach-Rosenberg bis Ingolstadt und von Regensburg bis Roth.
Anfangs wurde direkt ins Werk nach Neumarkt geliefert.
1989 baute die Firma "Burgis" in Mühlhausen ein modernes Kartoffellager mit 7.000 Tonnen Fassungsvermögen. Die Hauptanlieferungszeiten für die Lager in Mühlhausen sind von Anfang September bis zirka Mitte Oktober. Die Lieferungen finden unter strengsten Qualitätsvoraussetzungen mit amtlicher Beratung des Landwirtschaftsamtes und des Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung in Bayern statt – schließlich darf nur hochwertige Ware in die Produktion.
Von beiden Erzeugergemeinschaften werden auf insgesamt über 1000 Hektar – das entspricht etwa
1.400 Fußballfeldern – 35.000 Tonnen Kartoffeln angepflanzt. 80 Prozent des Rohwarenbedarfs der "Burgis GmbH" werden durch den eigenen Vertragskartoffelanbau aus der Region abgedeckt. Auch die restlichen 20 Prozent werden ausschließlich aus deutschem Anbau bezogen.
29.09.09
"Wahlkampfgetöse" beenden
NEUMARKT. Neumarkter Bauernvertreter beklagen wenige Tage vor der Wahl "politische Lippenbekenntnisse und taktische Manöver".
Das würde den bäuerlichen Familienbetrieben "in der momentan äußerst dramatischen Situation" nicht weiterhelfen. Die Bauern brauchten "endlich schnell wirksame Maßnahmen, die sofort auf den Weg gebracht werden müssen", so BBV-Kreisobmann Martin Schmid und Kreisbäuerin Stilla Klein.
Sie fordern Bundeskanzlerin Merkel nachdrücklich dazu auf, im Vorfeld des Sonder-Agrarrates am 5. Oktober in Brüssel Druck auf EU-Kommissionspräsident Barroso auszuüben, dass die EU endlich tätig wird. Der Bauernverband verlange seit Monaten von der Politik europäische Hilfsmaßnahmen zur Verbesserung der katastrophalen Situation am Milchmarkt.
Diese Forderungen müßten europäisch umgesetzt werden:
- Ausweitung der Exporterstattungen, die zur Sicherung bestehender Absatzmärkte beitragen,
- Exportgarantien,
- Einführung von Verwertungsbeihilfen (Bäckerbutter, Speiseeis, Sozialeinrichtungen),
- Vereinfachung und Ausbau der Schulmilchprogramme,
- Einhaltung der Produktionsstandards in der Ernährungsindustrie und damit verstärkte Verwertung der Milch,
- klare Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Milchbestandteilen im Sinne eines Reinheitsgebotes,
- Wiedereinführung und Stärkung der Verfütterungsbeihilfe.
- Sofortige Aussetzung der beschlossenen Quotenerhöhung
- Wirksame Einschränkung der Saldierungsmöglichkeiten
Auch auf den anderen Märkten, insbesondere den Getreide-, Ölsaaten- und Kartoffelmärkten sei die Preislage katastrophal schlecht, so Kreisobmann Schmid und Kreisbäuerin Klein. Dies spiegele sich beispielhaft darin wider, dass der gegenwärtige Erzeugerpreis für Brotweizen gegenüber dem Jahr 2007 um über 60 Prozent auf unter 100 Euro je Tonne abgestürzt ist.
Damit würden nicht einmal die Aufwendungen für Saatgut, Düngung, Pflanzenschutz und Maschinen abgedeckt, geschweige denn die eingesetzte Arbeit entlohnt. An dieser Stelle sei die Bundesregierung gefordert, Soforthilfen für die bäuerlichen Familienbetriebe zu ergreifen.
Schnellstmöglich müsse zum Ausgleich von Preisschwankungen die Möglichkeit einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage geschaffen werden. Darüber hinaus müsse das Liquiditätshilfeprogramm für die Bauern verlängert werden. Und der "eklatante Kostennachteil" gegenüber anderen EU-Staaten wie Frankreich bei der Besteuerung von Agrardiesel müsse endlich beseitigt werden.
"Diese Maßnahmen wirken sofort und entlasten alle schwer am Markt gebeutelten land- und forstwirtschaftlichen Betriebe", so Schmid und Klein.
25.09.09
Folien geklaut
NEUMARKT. Diebstahl oder Anschlag ? In Pavelsbach wurde Abdeck-Folie gestohlen, was beinahe zum Totalverlust der Futtervorräte geführt hätte.
Der Diebstahls-Schaden hält sich mit 450 Euro durchaus in Grenzen, wenn man bedenkt, daß als Folge des Diebstahls leicht rund 75.000 Euro Sachschaden hätte entstehen können.
Am Mittwoch deckte ein 30jähriger Landwirt aus Pavelsbach seine dreiteilige
Fahrsiloanlage, die mit Mais und Gras befüllt war, mit mehreren
Folien luftdicht ab. Als er am Donnerstag gegen 6.30 Uhr nachsah, waren
insgesamt sechs Folien durch einen unbekannten Täter gestohlen.
Er reparierte die Abdeckung notdürftig bis gegen 9 Uhr. Als er dann nach anderthalb Stunden zurückkam, war die
Folie erneut entfernt.
Durch das Entfernen der Folie gerät Sauerstoff an die Silage, wodurch diese verfaulen kann - was zum Totalverlust der Futtervorräte führt.
Der Hof befindet sich etwa 200 Meter außerhalb von Pavelsbach und ist frei einzusehen.
Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon 09181/4885-0.
18.09.09
Übrigens: Sie können jetzt alle Themen aus
neumarktonline auch im
NEUMARKTER FORUM diskutieren