Landwirtschaft
Zur Rieder Messe
NEUMARKT. Vom Neumarkter Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes wird eine Fahrt zur Rieder Messe in Niederösterreich angeboten.
Der Österreichische Bauernbund und der Bayerische Bauernverband veranstalten anlässlich der Messe am 10. September einen Österreichisch-Bayerischen Bauerntag.
Die Kosten für die Busfahrt und die Eintrittskarte beträgt durch ermäßigte Eintrittskarten 15 Euro, für Nichtmitglieder 20 Euro. Interessenten können sich bis bei der BBV-Geschäftsstelle unter Telefon 09181/266840 anmelden.
10.08.09
Was kriegt der Nachbar ?
NEUMARKT. Welcher Bauer im Landkreis kriegt wieviel an EU-Subventionen ? Seit Montag sind die Beträge im Internet veröffentlicht.
Der Freistaat Bayern hatte sich lange verweigert und erst Anfang Juli dem Druck aus Brüssel gebeugt und schließlich der Veröffentlichung zugestimmt (
wir berichteten).
Und auch jetzt nach der Veröffentlichung macht es das Ministerium den interessierten Surfern nicht leicht, an die begehrten Zahlen zu kommen und zu erfahren, wieviel denn der Nachbar tatsächlich im letzten Jahr kassierte.
So kommt man über die Homepage des Bayerischen Landwirtschaftsministerium tatsächlich auf eine Seite mit der seltsamen Adresse "agrar-fischerei-zahlungen.de" und dort gibt es sogar einen Link "EU-Agrarfonds", auf dem man einen vielversprechenden Unterlink "Empfänger EU-Agrarfonds" findet. Dort entdeckt man jede Menge Text und Informationen, allerdings keine "Empfänger EU-Agrarfonds".
Da muß man nach vielem Scrollen schon ganz unten auf der Seite das kleine Kästchen "Weiter zur Suche" finden.
Wir haben es für
neumarktonline-Leser ein bißchen leichter gemacht:
http://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche?03.08.09
"Bald Ärztemangel?"
NEUMARKT. Über die Schwachpunkte medizinischer Versorgung auf dem Land informierten sich die Teilnehmerinnen des zweitägigen Dorfseminars der Bayerischen Landfrauenvereinigung in der Abtei Plankstetten.
Renate Hartwig aus Nersingen, Gründerin der Initiative "Patient-informiert-sich", versuchte den 37 Frauen, vorwiegend Führungskräfte und Multiplikatorinnen der Bayerischen Landfrauenvereinigung aus allen Diözesen Bayerns, zu erklären, dass künftig immer mehr Hausarztpraxen, die flächendeckende Anlaufstelle für Patienten auf dem Land, nicht besetzt werden könnten. Junge Ärzte suchten sich bessere Arbeitsbedingungen in den Städten oder im Ausland.
Die Referentin warnte vor den Folgen der Privatisierung im deutschen Gesundheitswesen unter dem "Deckmantel" einer "integrierten Versorgung". In der Politik würden unter Mithilfe von Lobbyisten der Konzerne und Kassen Rahmenbedingungen geschaffen, die es erlaubten, dem Gesundheitssystem Gelder zu entziehen. Kapitalgesellschaften mit Profitinteressen würden sich bereits auf dem deutschen Gesundheitsmarkt einkaufen. Die Folgen seien steigende Krankenkassenbeiträge bei immer schlechterer Versorgung im Krankheitsfall.
Die Referentin forderte dazu auf, sich gegen die anonyme Betreuung in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) von Konzernen zu wehren und die Krankenkassen wegen Überlassung von Versichertendaten an
Callcenter wie auch wegen "kostentreibender Bonusprogramme" in die Pflicht zu nehmen.
Dr. med. Harald Uhl, Hausarzt in Dietfurt, stellte die Situation seiner Praxis dar und beklagte die hohen Kosten durch überzogene Vorsorgesysteme und die fehlende Preistransparenz bei Medikamenten und Kassenarzthonoraren.
Ein Dokumentarfilm sollte dann die Frauen über das privatisierte US-amerikanische Gesundheitssystem informieren, das rund fünfzig Millionen Amerikanern eine Krankenversicherung vorenthalte.
Auf "den Mangel an Altenpflegekräften, auf weiter steigende Kassenbeiträge, zu hohe Heimkosten und schlechtere Voraussetzungen auf dem Land durch lange Fahrtzeiten" wies Richard Theil, Geschäftsführer der Caritas-Sozialstation hin.
Dr. Monika Kratzer, Ministerialrätin im Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit in München, bestätigte, dass derzeit Richtungsfragen in der Gesundheitspolitik diskutiert würden. Die bayerische Regierung versuche, den Einfluss von Kapitalgesellschaften gering zu halten.
13.07.09
"Erntewetter" erhofft
NEUMARKT. Entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Ernte 2009 sei ein trockenes Erntewetter, stellte Präsident Franz Kustner beim Ernte-Pressegespräch des Bayerischen Bauernverbandes im Bezirksverband Oberpfalz heraus.
Bisher hätten sich bei fast allen Kulturpflanzen in der Oberpfalz die Bestände gut entwickelt. In einzelnen Teilgebieten habe es aber Beeinträchtigungen durch Unwetter – vor allem Starkregen – gegeben, aber die Erntemengen seien bisher nicht gefährdet.
Dagegen entstünden durch das feuchte und schwülwarme Wetter Qualitätseinbußen durch Pilzbefall und bei längerer Dauer seien Auswuchsschäden zu befürchten. Deshalb hofft Betriebsleiter Anton Schadl in dieser Woche auf "schönes Wetter, das auch mehrere Tage anhält".
Erntemengen und Qualität hätten einen erheblichen Einfluss auf die Preisbildung, hieß es. Die Marktexperten sagen zur Zeit eine ansteigende Tendenz bei den Getreidepreisen voraus, betonte Präsident Franz Kustner. Bei der Ernte 2008 musste im Vergleich zur Ernte 2007 eine Halbierung der Erzeugerpreise hingenommen werden. "Damit wir Bauern kostendeckend wirtschaften können, sind bessere Erzeugerpreise bei allen Produkten notwendig", erläuterte Betriebsleiter Schadl.
Vor allem die Preise für Betriebsmittel wie Dünger, Pflanzenschutz und Energiekosten seien in den letzten Jahren stark gestiegen. Dagegen hätten sich die Erzeugerpreise mit Ausnahme des Wirtschaftsjahres 2007/2008 ständig nach unten bewegt.
Steigerungen der Erzeugerpreise für Getreide hätten keinen größeren Einfluss auf die Brotpreise, zeigte Präsident Kustner im Rahmen einer Aktion in Amberg. Der Bauer erntet auf 10 Quadratmeter Ackerfläche rund 7,5 Kilo Getreide. Dafür bekommt er nach der derzeitigen Marktlage rund 0,90 Euro bezahlt. Der Bäcker stellt von dieser Getreidemenge sieben Kilo Brot her und erzielt einen Verkaufserlös von durchschnittlich 17,50 Euro. Damit beträgt der Getreideanteil am Brotpreis nur noch rund fünf Prozent.
bbv
13.07.09
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