Landwirtschaft
Kripo bearbeitet Milch-Attacke

MdB Alois Karl - hier bei einer Rede im Deutschen Bundestag.
Foto:Archiv
NEUMARKT. Die Milch-Attacke auf MdB Karl und die Revanche-Watschn sind jetzt eine Angelegenheit der Kripo Regensburg.
Kurz nach dem Bericht in
neumarktonline erklärte am Montag-Nachmittag der Pressesprecher der Kriminalpolizei Regensburg, Michael Rebele, daß die Kripo Ermittlungen führe. Er bestätigte aber auch, daß bislang keine der beiden Seiten Strafantrag gestellt habe. MdB Alois Karl hatte in einem Telefonat mit
neumarktonline erklärt, er werde die Sache auf sich beruhen lassen, wenn sich die Gegenseite ähnlich verhält.
Wie berichtete hatte am Montag-Mittag eine 40 Jahre alte Landwirtin in einer aufheizten Stimmung vor dem Festzelt der Marien-Kirchweih in Trautmannshofen eine Milchkanne über den Bundestagsabgeordneten Alois Karl geschüttet. Der 58jährige Politiker revanchierte sich reflexartig mit einer Ohrfeige.
Der Politiker trat als Gastredner bei einer CSU-Veranstaltung auf, während vor dem Festzelt im Rahmen einer nicht angemeldeten Protestaktion Milchbauern zunächst Milch aus großen Behältern in eine Jauchegrube gossen.
In der Folge kam es denn "zu dem Übergriff, erklärte der Polizeisprecher. Zunächst schüttete die 40jährige aus dem Gemeindebereich Pilsach etwa zehn Liter Milch ohne Vorwarnung auf den an einer Diskussion beteiligten MdB Karl.
Reflexartig schlug der 58jährige Politiker der Frau danach mit der Hand auf den Kopf.
Eine weitere Eskalation entstand daraus nicht, hieß es von der Polizei. Die Veranstaltung verlief bis zur Abfahrt des Politikers ohne weitere Störungen.
Die weiteren kriminalpolizeilichen Maßnahmen führt das "Kommissariat Staatsschutz" (K 5) der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg. Ob die Sache strafrechtlich relevant ist, soll in Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft geklärt werden.
Auch in Weiden kam es am Montag-Mittag zu einer Protestaktion gegen die CSU: erboster Milchbauern hatten in der Straße "Zur Drehscheibe" protestiert, in der sich ein Futtermittelunternehmen und das Parteibüro der CSU befinden. Die Kundgebung war nach bisherigem Kenntnisstand bei der Stadt Weiden nicht angezeigt worden.
Zu Störungen kam es hier nicht. Ein aufgestelltes 200-Liter-Fass Milch wurde nach Aufforderung wieder abtransportiert.
14.09.09
Milch-Dusche für Karl
NEUMARKT. MdB Alois Karl wurde bei der Marien-Kirchweih in Trautmannshofen von einer Landwirtin mit Milch überschüttet - und revanchierte sich mit einer Watschn.
Vertreter des "Bundes Deutscher Milchviehhalter" hatten am Montag vor dem Kirchweih-Zelt für eine Milchquote demonstriert - und waren wegen der aktuellen Entscheidungen in Brüssel durchaus "geladen". Als die beiden CSU-Abgeordneten MdB Alois Karl und MdL Albert Füracker aus dem Zelt kamen, um mit den Milchbauern zu sprechen, soll es dann zum Eklat gekommen sein.
Eine 40jährige Bäuerin aus Dietkirchen schüttet den Inhalt einer halben Milchkanne über den Kopf von Alois Karl - der soll reflexartig mit ein oder zwei Ohrfeigen geantwortet haben, hieß es von Augenzeugen.
Nach dem Zwischenfall beruhigten sich die erhitzten Gemüter wieder. Polizisten nahmen die Personalien der Frau auf.
Auf Anfrage von
neumarktonline räumte MdB Karl den Vorfall ein. "Auch wenn man im öffentlichen Leben steht, darf man sich nicht alles gefallen lassen", sagte Alois Karl in einem Telefongespräch mit unserer Zeitung.
Von seiner Seite aus ist der Zwischenfall übrigens erledigt. Er werde keinen Strafantrag stellen, wenn von der Gegenseite auch nichts kommt, sagte der Bundestagsabgeordnete.
(
Aktualisierung hier)
14.09.09
Milch weg geschüttet
NEUMARKT. Tausende von Litern Milch wurden von Landwirten aus dem Landkreis Neumarkt weg geschüttet, um einen französischen Milchboykott zu unterstützen.
Dabei handelte es sich eher um eine symbolische Aktion: Den angeblichen Versuch bayerischer Molkereien, Milch nach Frankreich zu liefern und so den französischen Protest zu unterlaufen, werden die Landwirte damit kaum stoppen könne, die sich nun bei Velburg um den Landwirt Fritz Wienert vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM)versammelt hatten.
Der BDM erwartet für Herbst einen erneuten Milchlieferstopp auch in Deutschland - allerdings darf er nicht dazu aufrufen.
13.09.09
Über dem Vorjahr
NEUMARKT. Die Getreideernte in Bayern liegt heuer geringfügig über dem Vorjahr. Es wurde mehr Futter-, aber weniger Brotgetreide geerntet.
2009 wird es in Bayern eine Getreideernte (ohne Körnermais) von voraussichtlich 7,1 Millionen
Tonnen geben. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt,
sind das 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Erntemenge der vorangegangenen
sechs Jahre wird um rund 7 Prozent übertroffen.
Als Durchschnittsertrag werden
63,3 Dezitonnen je Hektar erwartet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um
0,7 Prozent, gegenüber dem langjährigen Durchschnitt ein Plus von 4,3 Prozent. Bei Brotgetreide
(Weizen, Roggen) hingegen liegt der Ertrag um 5,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahres
und 2,3 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.
Die Getreideanbaufläche erhöhte
sich binnen Jahresfrist geringfügig um knapp 1 Prozent, wobei die Anbaufläche des ertragreicheren
Wintergetreides weiter zugenommen und die des Sommergetreides, insbesondere der
Sommergerste, deutlich abgenommen hat.
Die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Getreidefläche (ohne Körnermais) erhöhte sich
nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2009 gegenüber dem Vorjahr um
0,8 Prozent oder 8 400 Hektar auf 1,121 Millionen Hektar. Die Flächenausdehnung entfiel hauptsächlich
auf das ertragreichere Wintergetreide. Dessen Anbaufläche stieg binnen Jahresfrist um weitere
28 900 Hektar oder 3,1 Prozent auf 949 800 Hektar, was im Wesentlichen auf der Flächenausweitung bei Winterweizen
um 22 100 Hektar (4,3 Prozent) beruht.
Dagegen verminderte sich die Sommergetreidefläche um
20 400 Hektar oder 10,7 Prozent auf 171 200 Hektar. Ausschlaggebend dafür war der starke Rückgang der
überwiegend als Braugerste verwendeten Sommergerste um fast 23 000 Hektar oder 15,5 Prozent auf den
bisherigen Tiefststand von 125 500 Hektar.
Die Aussaat des Wintergetreides im Herbst 2008 konnte rechtzeitig erfolgen. Auf den kalten und bis
Ende März schneereichen Winter, folgte ein sehr warmer und vor allem im Süden viel zu trockener
April, in dem der Wachstumsrückstand bei der Entwicklung des Wintergetreides, der in manchen höheren
Lagen bis zu vier Wochen betrug, sehr schnell aufgeholt werden konnte.
Der erneute Witterungswechsel
im Mai brachte viele Regen- und Gewittertage. Regional kam es zu kräftigem Platzregen, Hagel
und Sturmböen, wodurch auf manchen Feldern die Ernte zerstört wurde. Auch im Hochsommermonat
Juli war das Wetter sehr wechselhaft. Es war geprägt durch eine permanente Folge von schwülwarmen
Tagen und anschließender deutlicher Abkühlung durch Schauer und Gewitter. Folglich mussten
die Erntearbeiten insbesondere im Süden immer wieder verschoben oder unterbrochen werden.
Erst Ende Juli verbesserten sich die Erntebedingungen. Sowohl beim Ertrag wie auch bei der Qualität
der Ernte wird es regionale Unterschiede geben, wobei der Süden Bayerns höhere Erträge aufweist als
der Norden, der Abstand sich aber verringert hat.
Bis auf wenige Ausnahmen in den Spätdruschgebieten ist die Getreideernte in Bayern abgeschlossen.
Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der "Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung"
in Verbindung mit den Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter wird beim Getreide
(ohne Körnermais) mit einem Durchschnittsertrag von 63,3 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet.
Dies sind 0,7 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr (62,9 dt/ha). Im Vergleich zum langjährigen
Durchschnitt der Jahre 2003 bis 2008 (60,7 dt/ha) bedeutet dies ein Plus von 4,3 Prozent.
Einer Zunahme
bei Futtergetreide um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr oder 10,5 Prozent gegenüber dem
langjährigen Mittel stand dabei - bedingt durch den Rückgang bei Weizen - eine Abnahme bei Brotgetreide
um 5,7 oder 2,3 Prozent gegenüber. Insgesamt wird es bei etwas höherer Anbaufläche in diesem
Jahr voraussichtlich zu einer Getreideernte von 7,1 Millionen Tonnen kommen, 1,5 Prozent mehr als im
Vorjahr (7,0 Millionen Tonnen) und etwa 7 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen sechs
Jahre (6,6 Millionen Tonnen).
21.08.09
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