Landwirtschaft

Vorwurf erneuert

NEUMARKT. Grünen-Kreisvorsitzende Gabriele Bayer bleibt bei ihrem Vorwurf der mangelhaften Beratung durch den Bauernverband.

Es gehe ihr aber nicht um die Beratung bei Buchhaltungs- oder Rechtsfragen, heißt es in einer Pressemitteilung zum Bauernverband, der entsprechende Formulierungen der Grünen als "unredlichen Wahlkampf auf Kosten anderer" zurückgewiesen hatte (wir berichteten).

Beratungen zum operativen Geschäft der Bauern stelle sie nicht in Frage, erklärte Bayer. Sie kritisiere die strategische Zukunftsberatung des Bauernverbandes in die Richtung, mehr auf Masse und Spezialsisierung zu setzen. Zuletzt sollten die Bauern auch noch Gentechnik anbauen.

Der Bauernverband sei mit verantwortlich, dass die Bauern heute abhängig von der Großindustrie seien und die Preise verfallen, so dass die Bauern teilweise ihre riesigen Investitionen nicht mehr tilgen können, hieß es. Die nächsten Generationen würden für diese Fehler bezahlen müssen.

Die CSU und der Bauernverband hätten sich zu "Handlangern der Großindustrie gemacht, die den Nahrungsmittelsektor komplett kontrollieren wollen", erklärte Bayer.
18.09.09

Bauernverband verärgert

NEUMARKT. Beim Neumarkter Bauernverband weist man den Grünen-Vorwurf über mangelhafte Beratungsqualität zurück.

Grünen-Sprecherin Gabriele Bayer hatte bei der Ankündigung eines Besuchs von MdL Sepp Daxenberger am Sonntag in Neumarkt erklärt, viele Bauern im Landkreis seien durch die "miserable Beratung" durch den Bauernverband "total frustriert" (wir berichteten).

Bauernverbands-Geschäftsführer Thomas Bayerl wertete dies als "unredlichen Wahlkampf auf Kosten anderer". "Frau Bayer kennt weder mich noch unsere 15 Mitarbeiter inklusive der Steuerberatung im Haus. Woher kommt dann so ein Urteil?" fragte Bayerl in einer Pressemitteilung.

In der Grünen-Ankündigungen wurden auch Neumarkter CSU-Abgeordnete hart angegangen. MdL Albert Füracker hatte dies noch am gleichen Tag in einer Pressemitteilung als "plumpe Rhetorik" zurückgewiesen (wir berichteten).
16.09.09

"...auch mit Milch"

NEUMARKT. MdB Alois Karl hat die von ihm geohrfeigte Milchbäuerin zu einer Tasse Kaffee eingeladen - "gerne auch mit Milch".

Der Zwischenfall in Traumannshofen hat am Montag nach der ersten Meldung in neumarktonline innerhalb weniger Stunden bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: eine 40jährige Milchbäuerin hatte am Rande einer CSU-Kundgebung über den Bundestagsabgeordneten Milch geschüttet - und der hatte sich mit einer Ohrfeige revanchiert.

Am Dienstag schlug MdB Alois Karl eher versöhnliche Töne an: "Ich verstehe die Anliegen der Milchbauern. Es ist verständlich, dass sie einen fairen Preis für ihre Arbeit und die Milch fordern", erklärte der Abgeordnete in einer Presse-Mitteilung. "Umso mehr bedauere ich den gestrigen Vorfall, da er in der Sache den Milchbauern nicht weitergeholfen hat", erklärte Karl.

Er habe sich deshalb entschieden, "trotz des gestrigen Vorfalls den Dialog fortzusetzen und habe die Milchbäuerin zu einem persönlichen Gespräch, zu einer Tasse Kaffee (gerne auch mit Milch) eingeladen", erklärt MdB Alois Karl.

Im Vordergrund solle dabei stehen, was die Bundespolitik realistischer Weise für die bäuerlichen Existenzen der Milchbauern tun könne.

"Natürlich will ich bei dem Treffen auch den gestrigen Angriff und meine Reaktion ansprechen. Ich hoffe, dass wir beide einen Schritt aufeinander zugehen und die Sache beilegen können", zeigt sich Alois Karl versöhnungsbereit.
15.09.09

"Heimtückische Attacke"


MdB Alois Karl - hier bei einer Rede im Deutschen Bundestag.
Foto:Archiv
NEUMARKT. Nach Meinung von MdB Alois Karl war die "heimtückische" Milch-Attacke gegen ihn am Montag-Mittag "offensichtlich geplant".

Die Frau war "zielgerichtet" auf ihn losgegangen und habe den Inhalt einer 20-Liter-Milchkanne über ihn ausgeschüttet, erklärte der Bundestagsabgeordnete in einer schriftlichen Stellungnahme zu der Attacke (wir berichteten mehrmals), nachdem er bereits vorher schon in einem Telefonat mit neumarktonline Stellung genommen hatte (Bericht hier).

Er habe auf die Attacke "reflexartig mit einer leichten Ohrfeige" reagiert, erklärte Karl.

Aktualisierung

Die 40jährige Bäuerin überlegt, ob sie eine Anzeige gegen den Abgeordneten stellen soll.

Sie habe sich nach dem Schlag zur Behandlung in eine Klinik begeben, wo eine Halswirbelsäulenprellung diagnostiziert worden sei, erzählte sie gegenüber Journalisten.
Noch vor seiner Rede beim politischen Frühschoppen auf der Trautmannshofener Kirchweih habe er den Dialog mit den Vertretern des Bunds Deutscher Milchviehhalter (BDM) gesucht. Er sei dabei vor dem Festzelt mit wüsten Beschimpfungen überhäuft worden. "Trotz der aggressiven, feindseligen Stimmung" habe er aber sachlich mit den BDM-Vertretern argumentierte, "während mehrere Bauern den Inhalt ihrer Milchkannen aus Protest in einen Gully schütteten".

Alle Anwesenden seien dann von der "heimtückischen und offensichtlich geplanten Attacke" der Bäuerin überrascht worden.

MdB Karl bedauert die "unnötige Eskalation nach dem durchaus strittigen Diskurs", erklärte er in seiner Stellungnahme.

In seiner Ansprache im Festzelt kurz nach der Attacke betonte Karl, daß die Milchbauern in einer "verzweifelten Lage" seien: "Sie haben unsere Solidarität verdient". Die CSU stehe wie keine andere Partei an der Seite der Landwirte. Ihr Anliegen eines fairen Milchpreises sei absolut berechtigt.

In einer Stellungnahme des Grünen-Kreisverbandes wurde Verständnis für die Attacke der Frau geäußert und die Reaktion von MdB Karl hart kritisiert. In der Stellungnahme war auch von einer Halswirbelsäulenprellung die Rede, die sich die Frau durch die Ohrfeige des Abgeordneten zugezogen haben soll.

30 Minuten später wurde die Presse-Erklärung allerdings von den Grünen selbst wieder zurückgezogen. Das Geschehen werde derzeit "zu unterschiedlich dargestellt", hieß es zur Begründung.
14.09.09


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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