Landwirtschaft
Per Traktor nach Straßburg ?
NEUMARKT. Die Milchbauern aus dem Landkreis Neumarkt planen möglicherweise eine Traktorfahrt zum EU-Parlament nach Straßburg.
Jedenfalls steht dieser Punkt auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung des Neumarkter BDM am Dienstag ab 20 Uhr beim Boderwirt in Oberwiesenacker.
Weitere Tagesordnungspunkt sind das "weitere Vorgehensweise Müller-Milch", der
Standpunkt "Faire Milch" im Landkreis Neumarkt, weitere Vorschläge für Veranstaltungen, sowie
Wünsche und Anträge.
16.08.10
"Unterdurchschnittliche Ernte"
NEUMARKT. Schlechte Aussichten bei den Bauern: Derzeitig behindert der Regen die laufende Weizen-Ernte sehr stark, heißt es vom BBV.
Das Jahr 2010 ist bisher geprägt von Extremen: Erst Kälte und Nässe, anschließend Hitze und Trockenheit. Regional musste mit umfangreichen Hagelschäden und Starkregen-Ereignissen gekämpft werden. Aktuell macht das unbeständige Wetter und der ergiebige Regen der Land-wirtschaft schwer zu schaffen.
Die bisherigen Ernteumfragen des Bayerischen Bauernverbandes bestätigen, dass die Getreide-Ernte im Bezug auf die Mengen unterdurchschnittlich ausfallen wird. Teilweise werden Ertragseinbußen bis 30 Prozent gemeldet. Durch den ungünstigen Vegetationsverlauf und die unbeständige Witterung leiden auch die Qualitäten beim Getreide. Sollte das Regenwetter weiter anhalten, so sind auch Auswuchsschäden beim Getreide zu befürchten. Die Bauern hoffen für die nächste Woche auf schönes Wetter, das auch mehrere Tage anhält. Die Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln ist aber nicht gefährdet, hieß es.
Derzeitig behindere der Regen die laufende Weizen-Ernte sehr stark. Die Getreidebauern nutzen bereits kurze niederschlagsfreie Zeiten für die Erntearbeiten. Hierbei müssen die Weizenkörner mit über 20 Prozent Feuchtegehalt zur Lagerfähigkeit auf 13 Prozent getrocknet werden. Dies verursacht für die Bauern zusätzliche Kosten.
Erntemengen und Qualität haben einen erheblichen Einfluss auf die Preisbildung. Nach der aktuellen Preisentwicklung zeichnet sich ein Anstieg der Getreidepreise ab. Dies sei dringend notwendig, da in den letzten zwei Jahren ein historischer Tiefstand mit Getreidepreis-Senkungen von teilweise 60 Prozent entstand. Um kostendeckend zu wirtschaften, brauchen die Bauern dringend bessere Erzeugerpreise bei allen Produkten, sagte Karl Wimmer, Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbandes.
Steigende Getreidepreise hätten nur einen geringen Anteil am Brotpreis, hieß es vom Bauernverband. Zum Beispiel bei einer Semmel beträgt der Preisanteil Getreide nur 0,6 Cent. Deshalb würde sich bei einer Verdoppelung des Getreidepreises der Kostenanteil an einer Semmel nur um weniger als 1 Cent erhöhen, erklärte Wimmer. Steigende Erzeugerpreise seien für die Bauern dringend notwendig, haben aber äußerst geringe Auswirkungen auf die Verbraucherpreise.
06.08.10
"Faironika" im Rathaus

Bürgermeister Josef Bauer (2.v.l.) erhielt von den Milchbauern die "Faironika"
NEUMARKT. Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer unterstützt die Initiative der "Fairen Milchbauern" und lobte die "Ausdauer im Kampf um faire Milchpreise".
Das sagte er bei einem Besuch der Milchbauern
Johann Hauser aus Breitenthal und Bernhard Hiltl aus Darshofen im Parsberger Rathaus.
Von der "Fairen Milch" würden alle Milchbauern und Verbraucher profitieren, denn hier sei gewährleistet, daß die Bauern 40 Cent bekommen, erklärten die Besucher. Das Konzept zeige, daß es möglich sei, Milch zu kostendeckenden Preisen zu vermarkten, so der Kreisvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, Fritz Wienert.
Für den Verbraucher seien Gentechnikfreie Fütterung, regionale Erzeugung und Nachvollziehbarkeit wichtige Argumente, die die "Faire Milch" erfülle.
Bürgermeister Josef Bauer unterstützt diese Initiative, "weil es wichtig ist, die Wertschöpfung in der Gemeinde zu erhalten und Zukunftsperspektiven für die Milchbauern zu schaffen".
03.08.10
"Hitzestreß" für Pflanzen

Bei einem Pressegespräch gab der BBV die Ernte-Prognosen bekannt.
NEUMARKT. Die Witterungsverhältnisse in diesem Jahr sind wieder ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Ernte 2010, stellte BBV-Bezirkspräsident Franz Kustner beim Ernte-Pressegespräch des Bayerischen Bauern-verbandes im Bezirksverband Oberpfalz heraus.
Durch den langen und strengen Winter sowie das kalte und nasse Frühjahr seien bei allen Kulturen Vegetationsverzögerungen entstanden. Jetzt kurz vor der Ernte würden alle Getreidearten durch die Hitze und Trockenheit geradezu gestresst, erklärte Kustner auf dem Ackerbaubetrieb von Gert Stadler in Untermassing bei Regensburg. Auf vielen Standorten kommt es zur Notreife beim Getreide.
Bedingt durch diese ungünstige Witterung sind die Ernteerwartungen der Acker-Bauern sehr verhalten. Je nach Standort und Getreideart wird mit geringeren Erntemengen und teilweise schlechteren Qualitäten gerechnet. Dazu könnte die seit Ende Juni anhaltende und sich möglicherweise noch verstärkende Hitzeperiode bei Weizen und Sommergerste sowie Mais noch zu stärkeren Ertrags- und Qualitätseinbußen führen. Bei Wintergerste, die bereits überwiegend geerntet wurde, sind trotz guter Wasserversorgung im Frühjahr wegen der kurzen Vegetationsperiode keine Spitzenerträgen eingefahren worden.
Erntemengen und Qualität hätten einen erheblichen Einfluss auf die Preisbildung. Die Marktexperten sagen zur Zeit eine ansteigende Tendenz bei den Getreide-preisen voraus, betonte Präsident Franz Kustner. In den letzten beiden Jahren hätten die Bauern einen Preisrückgang von teilweise über 50 Prozent verkraften müssen. "Damit wir Bauern kostendeckend wirtschaften können, sind bessere Erzeugerpreise bei allen Produkten notwendig", erläuterte Betriebsleiter Gert Stadler.
Vor allem die Betriebsmittel, wie Dünger, Pflanzenschutz und Energiekosten, seien in den letzten Jahr stark gestiegen. Dagegen hätten sich die Erzeugerpreise mit Ausnahme des Wirtschaftsjahres 2007/2008 ständig nach unten bewegt.
Seit dem Herbst 2009 entwickeln sich die Marktfruchtpreise wieder langsam nach oben.
Die erwarteten Steigerungen der Erzeugerpreise für Getreide hätten aber kaum Einfluss auf die Brotpreise, zeigte Präsident Kustner im Rahmen einer Aktion in Untermassing auf. Auf einem Quadratmeter bestem Ackerland erntet ein Landwirt ein Kilo Weizen. Aus diesem Kilogramm Weizen werden 24 Semmeln gebacken. Von einer Semmel erhält der Landwirt rund 0,6 Cent. Würde sich der Weizenpreis mehr als verdoppeln, so müsste wegen der Erzeugerpreise der Semmelpreis um weniger als einen Cent ansteigen.
Präsident Kustner verdeutlichte zum Abschluss, dass die Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise für die Bauern unbedingt notwendig sei, damit in Zukunft auch die heimischen Rohstoffe für die Lebensmittel gesichert blieben.
Der Getreidebauer kann sich übrigens aus dem Verkauferlös von einen Kilogramm Weizen nicht einmal eine Semmel kaufen, ergänzte Betriebsleiter Stadler.
15.07.10
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