Landwirtschaft

"Unterstützung nötig"

NEUMARKT. Die künftige EU-Agrarpolitik müsse für Nahrungsmittelsicherheit sorgen, erklärte MDEP Albert Deß bei der Anhörung des Landwirtschaftsausschusses.

Europas Landwirte müßten auch in Zukunft ausreichend von der EU unterstützt werden, um die strengen EU-Standards einhalten und die Nahrungsmittelsicherheit garantieren zu können. Dies forderte Deß in seiner Eigenschaft als der Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik.

"Auch nach Auslaufen der bisherigen Förderperiode 2013 muss die EU die Landwirte ausreichend unterstützen, damit diese die Nahrungsmittelversorgung garantieren und dabei die EU-Auflagen zum Umweltschutz, zur Landschaftspflege sowie einer artgerechten Tierhaltung erfüllen können", sagte Deß. Neben den Direktzahlungen an die Landwirte müsse auch die Förderung des ländlichen Raums beibehalten werden. "Das Zwei-Säulen-Modell hat sich bewährt und muss fortgeführt werden".

Bei der anstehenden Agrarreform müsse man aber darauf achten, dass die EU-Auflagen mit wenig Bürokratie wirkungsvoll umgesetzt werde. Dies betreffe vor allem die Cross-Compliance-Regeln, die überarbeitet und vereinfacht werden müßten.

Zudem forderte Deß, dass auch Importe landwirtschaftlicher Produkte aus Ländern außerhalb Europas die strengen Umwelt- und Tierschutzstandards der EU einhalten müssen. "Die EU darf nicht länger zusehen wie der Markt mit billigen Importen aus Drittstaaten überschwemmt wird, die nur deshalb so wenig kosten weil sie nicht den strengen europäischen Anforderungen an den Schutz von Tier und Umwelt genügen. Hier muss gleiches Recht für alle gelten".
27.01.11

"Schweinemarkt abgerutscht"

NEUMARKT. Im Dioxin-Skandal fühlen sich die Bauern genau wie die Verbraucher als Opfer der "kriminellen Machenschaften eines einzelnen Futterfettherstellers".

Kreisobmann Martin Schmid fordert deshalb harte Strafen für die Verursacher. Er beklagt, dass Geflügel- und Schweinehalter nun die Auswirkungen des Skandals auf den Märkten in Form sinkender Preise bei gleichzeitig hohen Futterkosten bitter zu spüren bekommen. Insbesondere der Schweinemarkt sei praktisch ins Bodenlose abgerutscht. Schweinemäster und Ferkelerzeuger teffe dies mit voller Wucht. Schmid: "Unsere Bauern müssen jetzt die Suppe auslöffeln, die uns ein schwarzes Schaf im Futtermittelbereich eingebrockt hat". Es sei beängstigend zu sehen, wie die gesamte Lebensmittelkette nun darunter zu leiden hat.

Schmid sagte, dass der Bauernverband aktuell alle möglichen Maßnahmen für eine Marktstützung - von privater Lagerhaltung bis hin zu Exportförderung - auslote, um dem Schweinemarkt schnell wieder auf die Beine zu helfen. Außerdem kümmere sich der Bauernverband darum, Liquiditätshilfen auf den Weg zu bringen für alle betroffenen Betriebe, die schuldlos in finanzielle Not geraten seien.

Auch stellvertretender Kreisobmann Michael Gruber forderte die Schlachtbranche auf, jetzt aktiv dazu beizutragen, die Märkte wieder zu beleben und den entstandenen Marktdruck nicht einseitig den Bauern aufzubürden.

Kreisobmann Schmid wies darauf hin, dass der Dioxin-Skandal aber auch zeige, dass durch die bestehenden stufenübergreifenden Qualitätssicherungssysteme die Wege des belasteten Futtermittels schnell zurückverfolgt werden konnten. So wurden vorsorglich im Sinne des Verbraucherschutzes bundesweit fast 5000 Betriebe gesperrt. Er appellierte an die Verbraucher, weiterhin auf heimische Lebensmittel zu setzen.

Die Bauernfamilien gäben tagtäglich ihr Bestes, um hochwertige heimische Lebensmittel zu erzeugen, hieß es. Dazu Kreisbäuerin Stilla Klein: "Wir unterstützen die von Bundesministerin Aigner vorgeschlagenen Maßnahmen, die dazu beitragen, das Verbrauchervertrauen wiederherzustellen".

Geschäftsführer Thomas Bayerl warnt "vor übertriebener Angst": Wissenschaftler und Ernährungsexperten würden im aktuellen Dioxin-Skandal vor "Panikmache" warnen.
20.01.11

Schwester spricht

NEUMARKT. Der traditionelle Lichtmess-Bäuerinnentag findet am Dienstag, 1. Februar, ab 14 Uhr in der Kleintierzüchterhalle in Parsberg statt.

Als Referentin spricht Schwester Teresa Zukic, Diplom-Religionspädagogin und Gemeindereferentin der Pfarrei Herz Jesu in Pegnitz. Sie ist Referentin für Unternehmenskommunikation und Erwachsenenbildung. Außerdem hat sie sich einen Namen als Komponistin von Rockmusicals und als Buchautorin und Zeichnerin von religionspädagogischen Bildern gemacht.

Die Rednerin will in fünf Schritten konkrete Schritte zu einem lebendigen und erfüllten Christsein zeigen.

Für Unterhaltung sorgt die Gruppe "Zwoaraloa".Der Eintritt ist wie immer frei.

Veranstalter sind die Sparkasse Neumarkt-Parsberg in Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft und Forsten, dem Bauernverband, den Maschinenringen und dem Verband landwirtschaftlicher Fachbildung.
11.01.11

"Dem Klimaschutz verbunden"

NEUMARKT. Wenn in diesen Tagen im mexikanischen Cancun die Weltgemeinschaft über den Klimaschutz berät, dann beschäftigt dieses Thema besonders auch die Bauern hierzulande. Denn die Bauernfamilien sehen sich mit dem Klimaschutz in besonderer Weise verbunden, hieß es am Dienstag von Neumarkter Bauern.

"Land- und Forstwirtschaft spielt eine zentrale Rolle, um die anstehenden globalen Herausforderungen zu lösen. Bauern sind gefordert, die Versorgung mit Lebensmitteln und Energie sicherzustellen und dabei nachhaltig und klimaschonend zu wirtschaften. Zugleich muss sich die Land- und Forstwirtschaft selbst an die wandelnden Bedingungen anpassen", sagte BBV-Kreisobmann Martin Schmid.

"Unsere Bauernfamilien denken und handeln generationenübergreifend. Aus diesem Grund ist für sie Klimaschutz ein wichtiger Aspekt", sagt auch Kreis- und Bezirksbäuerin Stilla Klein. Nach Aussage der internationalen Klimaberichterstattung trägt die deutsche Land- und Forstwirtschaft mit knapp sieben Prozent zum Ausstoß von Klimagasen in Deutschland bei.

Klein appellierte daran, in der Diskussion über die Ursachen des Klimawandels über Zusammenhänge nachzudenken und die Besonderheiten der Land- und Forstwirtschaft und der Lebensmittelerzeugung zu berücksichtigen. "Ein Auto oder eine Flugreise erleichtern und bereichern unser Leben. Aber Lebensmittel sind Mittel zum Leben und existenziell notwendig. Emissionen können nicht dadurch eingespart werden, in dem weniger Lebensmittel erzeugt werden, sondern über eine effizientere und klimaschonende Produktion."

Land- und Forstwirtschaft würde in natürlichen Kreisläufen wirtschaften. "Landbewirtschaftung ohne Auswirkungen auf die Umwelt gibt es nicht", hieß es. Aber Land- und Forstwirtschaft sei die einzige Branche, die im Rahmen ihrer Lebensmittel- und Energieproduktion CO2 bindet und somit in einem Kreislauf hält. Während sich die Klimaleistungen anderer Wirtschaftssektoren darin erschöpfe, weniger klimaschädigende Emissionen zu erzeugen, könne die Land- und Forstwirtschaft darüber hinaus mit Hilfe ihrer Produktion und der Verwendung ihrer Produkte einen Beitrag zur Reduktion der Klimagase leisten.

Einen aktiven Beitrag für den Klimaschutz leisten die Bauern zum Beispiel durch den Einsatz von Biodiesel, die gezielte Auswahl spritsparender Arbeitstechniken oder die regelmäßige Wartung des Maschinenparks. Allein durch regelmäßiges Schleifen der Messer im Ladewagen könne der Dieselverbrauch um bis zu 15 Prozent beim Einbringen der Wiesenmahd gesenkt werden. Die Energieeffizienz könne beispielsweise auch bei der Lüftung und Dämmung von Ställen gesteigert werden.

Besonderes Potential bietet der Ersatz fossiler Rohstoffe. Bislang werden durch nachwachsende Rohstoffe aus der Landwirtschaft sowie die energetische Nutzung von Holz jährlich 50 Millionen Tonnen CO2 Emissionen vermieden. Durch die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, insbesondere von Holz als Werkstoff, kann CO2 langfristig gespeichert werden. Allein ein Holzhaus speichert soviel CO2, wie bei 300.000 Kilometer Autofahrt frei würden.

Zu sehen sei aber auch, wie die Land- und Forstwirtschaft durch den Klimawandel betroffen ist. Die Folgen seien vielfältig und reichten von geänderten Anbaumöglichkeiten über Auswirkungen auf Erträge bis hin zu neuen Schädlingen und Tierseuchen. "Deshalb ist eine intensive Forschung sowie Beratung der Land- und Forstwirte nötig", forderte Kreisobmann Schmid. Mitteleuropa und Deutschland im Speziellen könnten dem Klimawandel noch am ehesten begegnen. "Vor allem haben wir bei gemäßigtem Klima eine relativ gute Wasserversorgung."

Gerade die Länder, die weniger gravierende Auswirkungen des Klimawandels zu befürchten hätten, stünden in der Pflicht, landwirtschaftliche Nutzflächen nicht zu vergeuden und nicht auf Produktivität zu verzichten. "Ziel muss es sein, zukünftig noch effizienter mit der begrenzt verfügbaren Ressource Fläche umzugehen und die Bewirtschaftung so produktiv wie möglich zu gestalten – das bedeutet möglichst viel Biomasse so nachhaltig wie möglich erzeugen."
07.12.10


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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