Landwirtschaft

Vortrag und Gstanzln

NEUMARKT. Die Sparkasse Neumarkt-Parsberg veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft und Forsten, dem Bauernverband, den Maschinenringen und dem Verband landwirtschaftlicher Fachbildung wieder den traditionellen Lichtmess-Bäuerinnentag.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 28. Januar, statt und beginnt um 14 Uhr in der Kleintierzüchterhalle in Parsberg. Als Referent konnte Dr. Clemes Dirscherl, Geschäftsführer des Evangelischen Bauernwerks Hohebuch und Agrarbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland, gewonnen werden.

Dirscherl wird über das Thema "Lebensspuren des Glücks – auch für Frauen in der Landwirtschaft" referieren.

Für Unterhaltung sorgt der bekannte Gstanzlsänger "Erdäpfekraut" alias Hubert Mittermeier aus der Holedau. Der mehrfache Gstanzlsängerkönig will das Publikum mit seinen spontanen Vierzeilern, Gedichten, Witzen und schauspielerischem Talent zu begeistern. Der Eintritt ist wie immer frei.
12.01.10

Milchbauern feiern

NEUMARKT. Einen Rückblick auf ein "ereignisreiches Jahr" kündigten die Milchbauern des Landkreises für ihre Weihnachtsfeier an.

Die Milchbauern des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, BDM, aus dem Landkreis Neumarkt veranstalten ihre Weihnachtsfeier mit Jahresrückblick am 19.Dezember im Gasthaus "Zur Adelburg" in Hollerstetten. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Eingeladen sind alle BDM-Mitglieder und Fördermitglieder aus dem Landkreis Neumarkt, hieß es. Die Besucher der Weihnachtsfeier sollen sich bis spätestens Sonntag, 13.Dezember bei einer dieser Telefonnummern anmelden:
07.12.09

Sorgen vorgebracht

NEUMARKT. Bei einem informellen Gespräch mit CSU-Bundestagsabgeordnetem Alois Karl brachten die Kreisvorstandschaften des Bauernverbandes Neumarkt und Amberg-Sulzbach ihre Sorgen vor.

Karl stellte zu Beginn ganz aktuell das Grünlandmilchprogramm vor. Als erstes Problemfeld schilderten dann die Vertreter des Bauernverbandes die Preissituation bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Stellvertretender Kreisobmann Michael Gruber forderte eine Stärkung des Kartellrechtes für die Landwirtschaft, um eine höhere bäuerliche Wertschöpfung gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandels zu erreichen. Gleichzeitig forderte er mehr Standhaftigkeit der Politik auch bei unpopulären Entscheidungen.

Bei der Milch war man sich einig, dass das Problem nur auf europäischer Ebene gelöst werden könne. Nationale Alleingänge seien nicht zielführend, hieß es. Der Behördenleiter des Landwirtschaftsamtes Willibald Götz forderte eine bessere Werbung: "Dies ist gleichzeitig auch Verbraucheraufklärung".

Josef Schneider bemängelte, dass die Ölmühlen durch die aktuelle Höhe der Besteuerung an den Rand der Existenz getrieben werden. "Die Besteuerung der Ölmühlen muss flexibel an den Mineralölmarkt angepasst werden" forderte Schneider. Alois Karl stellte fest, dass der Wegfall der Erhöhung der Besteuerung für 2010 ein erster Schritt sei, aber hier noch verstärkt gearbeitet werden müsse.

Kreisobmann Martin Schmid nahm erfreut zur Kenntnis, dass der Bund die Mittel zur Unterstützung der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft auf 200 Millionen Euro beibehalten wolle. Aus dem Grünlandmilchprogramm fließen für 2009 jetzt noch zusätzliche 100 Millionen Euro in die Unfallversicherung.

Kreisobmann Schmid sagte, die Wirtschaftskrise habe die Landwirtschaft mit voller Wucht erreicht und beschere den Bauern Einkommensausfälle von bis zu 40 Prozent. "Der Sturzflug der Getreide- und Ölsaatenpreise hat die Einkommen zusätzlich geschmälert. Die Haupterwerbsbetriebe können derzeit keine Rücklagen bilden."

Die steuerliche Risikoausgleichsrücklage, bei der Bauern in guten Jahren einen Teil ihrer Einnahmen unversteuert für schlechte Jahre zurücklegen könnten, könne die Auswirkung von Preisrisiken begrenzen, betonte Schmid

Der Wegfall der 350 Euro-Mindestgrenze bei Agrardiesel werde zwar begrüßt, sei aber noch nicht das Ziel. Hier fordert der Bauernverband eine Steuerharmonisierung innerhalb der EU nach französischem Vorbild. Dort beträgt der Steuersatz lediglich 0,6 Cent pro Liter.

Kreisobmann Schmid forderte die Beibehaltung der landwirtschaftlichen Vergleichszahl für die Berechnung der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete. Würden die Pläne der EU-Kommission umgesetzt werden, so würden im Landkreis Neumarkt wohl alle Betriebe rausfallen.

Die beiden Kreisvorstände äußerten Bedenken, die bis zum Jahresende bestehende Impfpflicht gegen die Blauzungenkrankheit bei Rindern, Schafen und Ziegen aufzuheben. Es herrschte Skepsis, dass der flächendeckende Impfschutz, wie er bisher bestehe, mit einer freiwilligen Impfung beibehalten werden könne.
06.12.09

Wettrennen um die Flächen

NEUMARKT. Am Mittwoch um 19.30 Uhr veranstalten Zivilcourage Neumarkt, das Kloster Plankstetten und die Bioland-Kreisgruppe im Kloster Plankstetten einen Informationsabend zum Thema "Die subventionierte Unvernunft - Landwirtschaft wohin?"

Referent des Abends ist Josef Bichler aus dem schwäbischen Sielenbach, ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft und profunder Kenner agrarpolitischer Vorgänge.

Spätestens seit der Veröffentlichung der landwirtschaftlichen Direktzahlungen ist die Diskussion um die Agrarsubventionen und deren ungerechte Verteilung voll entbrannt. Die derzeitigen Agrarförderungen würden Großstrukturen begünstigen, vor allem Agrarkonzerne, hieß es. Dies schreite einher mit einer Industrialisierung der konventionellen wie auch der ökologischen Landwirtschaft. Der Boden, das wertvollste landwirtschaftliche Kapital, gehe zunehmend in den Besitz von Banken, Energiekonzernen sowie Pharmakonzernen über. Solche Großstrukturen seien wiederum die Türöffner für die Agrogentechnik.

Die Vorstellungen der Entwicklung der bäuerlichen Landwirtschaft in der Zukunft könnten unterschiedlicher nicht sein, heißt es in der Einladung. Während einige Landwirte und agrarpolitisch Verantwortliche immer noch auf die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Landwirtschaft bauten, wollten viele bäuerliche Familien den Unsinn des "Wachsens oder Weichens" nicht mehr mittragen und forderten von der Agrarpolitik neue Wege.

Der Strukturwandel mache sich auch im Landkreis Neumarkt bemerkbar. Schon jetzt sei ein wettbewerbsmäßiger Run zwischen Milcherzeugern und Bioenergieerzeugern um die noch verbleibenden Flächen in vollem Gang. Der intensive Maisanbau werde auch im Landkreis Neumarkt zunehmen. Jüngstes Beispiel sei ein Vorhaben, eine Biogasanlage im Megawatt-Leistungsbereich nahe Berching zu errichten, zu der hunderte von Hektar Mais benötigt würden.

Kleinbäuerliche Strukturen werden auf der Verliererseite stehen, hieß esim Vorfeld der Veranstaltung.

Ein Instrumentarium für den Fortbestand von bäuerlicher Landwirtschaft, vor allem in strukturschwachen Gegenden wie dem Landkreis Neumarkt, könnte eine veränderte Agrarförderpolitik sein, die sich nicht mehr nach der Fläche, sondern nach der Arbeitskraft richtet.

Sepp Bichler gilt als profunder Kenner der Agrarpolitik und versucht Auswege aus den festgefahrenen Strukturen einer verfehlten Agrarförderpolitik aufzuzeigen.

Der Eintritt ist frei; Spenden werden erbeten.
01.12.09


Anfang ... 52 - 53 - 54 - 55 - [56] - 57 - 58 - 59 - 60 ... Ende

Übrigens: Sie können jetzt alle Themen aus neumarktonline auch im NEUMARKTER FORUM diskutieren
Telefon Redaktion


Deining im Internet - die Lokalausgabe der Internet-Tageszeitung neumarktonline. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Deining im Internet
ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
Deining im Internet - die Lokalausgabe der Internet-Tageszeitung neumarktonline. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Deining im Internet
ISSN 1614-2853
15. Jahrgang