Pfleiderer
Pfleiderer kauft Firma
NEUMARKT. Die bis vor kurzem selbst von Übernahmeängsten geplagte Pfleiderer AG (
wir berichteten) kauft jetzt den Kantenhersteller
Decopa.
Die Pfleiderer AG hat mit der deutschen
decopa
industries GmbH eine Vereinbarung zur Übernahme der Aktivitäten des Kantenherstellers
getroffen, hieß es am Rosenmontag in einer Pressemitteilung des Neumarkter Konzerns.
Mit dieser Akquisition baut die Pfleiderer AG ihre Position
als einer der drei weltweit führenden Holzwerkstoffhersteller weiter aus:
Der Konzern kann nun erstmalig selbst Möbelkanten und Softforming-Folien
herstellen und erweitert so das bestehende Portfolio.
Der Erwerb der
decopa
industries GmbH, die 2007 einen Umsatz von 2,02 Millionen Euro erzielte, erfolgt
zum 1. Februar 2008. Dabei erwirbt Pfleiderer sämtliche wesentlichen
Assets.
Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.
Die
decopa industries GmbH mit Sitz in Leutkirch im Allgäu hat in den vergangenen
Jahren bereits eng mit dem Pfleiderer Business Center Westeuropa
sowie dessen Business Units zusammengearbeitet. Seit 1983 ist
Decopa erfolgreich
in der Herstellung von Zubehörmaterialien für den Möbel- und Innenausbau
tätig. Die Produkte werden bedarfsgerecht gefertigt und kommen beispielsweise
bei Arbeitsplatten in Küche und Büro, bei Regalen oder Türen sowie
bei Abschlusskanten für Laminatböden zum Einsatz.
Bisher musste der
Pfleiderer Konzern diese Komponenten je nach Kundenwunsch extern zukaufen.
Durch die Sortimentserweiterung hat der Kunde nun die Möglichkeit, beschichtete
Platten und Kantenmaterial aus einer Hand zu kaufen, hieß es.
Die Aktivitäten der
decopa industries GmbH werden in das
Business Center
Westeuropa der Pfleiderer AG integriert und dort mit der bestehenden
Musterservice GmbH zusammengeführt, um Synergieeffekte vor allem für die
Business
Units "Duropal", "wodego", "Pfleiderer Industrie" und "Thermopal" zu heben.
Die
Musterservice GmbH fertigt, lagert und versendet Dekor- und Materialmuster
sowie Kollektionen für alle
Business Units im
Business Center Westeuropa.
Da sich durch
Decopa das Portfolio der
Musterservice GmbH erweitert,
wird momentan auch eine Umbenennung der Einheit in "Pfleiderer Accessories
and Services GmbH" vorbereitet.
"Durch diesen Zusammenschluss verbessern sich unsere Prozesse im Bereich
Bemusterung sowie in der Verkaufsförderung erheblich. Als langjähriger
Partner von
Decopa schätzen wir zudem die hohen Standards in der Produktion
und Distribution der
Decopa-Produkte. Gemeinsam können wir zukünftig
den Servicegrad für unsere Kunden deutlich erhöhen und als Lösungsanbieter
im Objekt- und Zubehörbereich agieren", sagte Michael Wolff, Vorsitzender der
Geschäftsführung des
Business Center Westeuropa der Pfleiderer AG.
Mit acht Produktionsstandorten und rund 2600 Mitarbeitern (davon 130 Auszubildende)
in Deutschland erwirtschaftete Pfleiderer im
Business Center
Westeuropa 2006 einen Jahresumsatz von mehr als 780 Millionen Euro.
Am
Standort Neumarkt beschäftigt der Hersteller für Holzwerkstoffe, Oberflächenveredelungen
und Laminatböden rund 750 Mitarbeiter.
04.02.08
"Steigerungen verzeichnet"
NEUMARKT. Pfleiderer will sein Amerika-Geschäft ankurbeln und seine Laminat-Fußböden in einer großen Baumarktkette anbieten.
Das Neumarkter Unternehmen kündigte am Mittwoch eine erhebliche Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit im Bereich Laminatfußböden in Nordamerika an. Das Unternehmen plant, die neue
Pergo Prestige-Kollektion ab dem zweiten Quartal 2008 in sämtlichen Filialen der Baumarktkette
The Home Depot in den USA anzubieten. Mit der erfolgreichen Markteinführung wird eine erhebliche Steigerung der Absatzzahlen der Pfleiderer-Tochter Pergo innerhalb des Vertriebskanals The Home Depot angestrebt, hieß es.
Nicht zuletzt wegen des durch die US-Immobilienkrise verursachten schwachen Amerika-Geschäfts hat die Pfleiderer-Aktie über 30 Prozent verloren. Dies dürfte auch einer der Gründe sein, warum sich kürzlich ein großer Investor als neuer Großaktionär in das Unternehmen eingekauft hat (
wir berichteten mehrmals ausführlich)
"Wir freuen uns sehr über die Einführung einer weiteren exklusiven Kollektion von Pergo-Fußböden bei The Home Depot", so George Kelley, President der
Pfleiderer North American Flooring Division, die
Pergo Inc und
Uniboard Surfaces umfasst. "The Home Depot ist ein geschätzter Handelspartner von Pergo. Wir sehen diese Produkteinführung als weiteren
Schritt zur Stärkung und zum Ausbau unserer Geschäftsbeziehungen".
Pergo Prestige ist eine Premium-Produktlinie, in der die branchenweit führende
Embossed Technology zum Einsatz kommt, die Laminatfußböden Struktur und Tiefe verleiht. Die Kollektion wird in einer Vielzahl unterschiedlicher, äußerst natürlich wirkender Dekore und Formate erhältlich sein, die über eine Premium-Trittschalldämmung für geräuscharme und komfortable Fußböden verfügen. Neben dem neuen
Pergo Prestige-Angebot wird Pergo weiterhin die
Pergo Presto-Produktlinie sowie einige Handelsmarkenprodukte liefern.
Im Herbst 2007 hat die Pfleiderer Gruppe in Nordamerika ein umfangreiches neues Marketingprogramm für die Marke
Pergo aufgelegt, das auf Verbraucher und Handelspartner ausgerichtet ist. Zusammen mit den neuen Designs und innovativen Techniken weckt die Marketingkampagne seitdem bei Verbrauchern und Handelspartnern großes Interesse an der Marke
Pergo.
"Trotz des schwierigen Marktumfelds verzeichnen wir in Nordamerika über unsere Vertriebspartner Steigerungen bei Absatz und Marktanteil", erklärte Hans H. Overdiek, Vorstandsvorsitzender der Pfleiderer AG, in Bezug auf den Geschäftsbereich Laminatfußböden. "Unsere Auftragseingänge im Handelskanal liegen um 50 Millionen US-Dollar über dem Vorjahreswert", so der Pfleiderer-Vorstandsvorsitzende zum aktuellen Auftragseingang im laufenden Geschäftsjahr.
Mit der Integration der Marken
Pergo und
Uniboard in die
Pfleiderer North American Flooring Division hat das Unternehmen seine Produktions- und Vertriebsressourcen verschlankt und gleichzeitig seine Position als Marktführer für Laminatfußböden in Nordamerika ausgebaut, hieß es.
30.01.08
12,5 Millionen gespart
NEUMARKT. Pfleiderer spart beim Kauf der "Kunz-Gruppe" im Jahr 2005 nachträglich 12,5 Millionen Euro ein.
Wie das Neumarkter Unternehmen am Montag mitteilte, wurde mit den Verkäufern der Kunz-Gruppe ein außergerichtlicher Vergleich geschlossen, in dem eine zweite Rate des Kaufpreises von ursprünglich 23,8 Millionen auf 11,25 Millionen Euro reduziert wurde.
Mit dem Erwerb der Kunz-Gruppe wollte Pfleiderer 2005 vor allem massiv ins Spanplatten-Geschäft in Nordamerika einsteigen (
wir berichteten). Weil das aber weit hinter den Erwartungen zurückblieb wurde schon im Jahr 2005 kräftig der Kaufpreis von rund 200 Millionen Euro (plus die Übernahme von Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 267 Millionen Euro) gedrückt (
wir berichteten)
Mit dem jetzt geschlossenen Vergleich konnten auch die letzten Streitpunkte über wechselseitige Ansprüche aus dem Unternehmenskaufvertrag
vom 15. Juli 2005 beigelegt werden, hieß es am Montag aus der Pfleiderer-Vorstandsetage.
28.01.08
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