Große Pläne für Döllwang
DEINING/NEUMARKT. Der Deininger Ortsteil Döllwang ist seit einigen Jahren für die Dorferneuerung angemeldet. Jetzt wurde vom Amt für Ländliche Entwicklung grünes Licht für die Einleitung der Maßnahme signalisiert.
Gleichzeitig mit der Dorferneuerung sollen das marode Straßennetz und die 2,6 Kilometer lange Verbindungsstraße von Döllwang zur Staatsstraße 2220 erneuert und von 4,0 auf 4,50 Meter verbreitert werden. Der Gemeinderat stimmte am Dienstag-Abend der Einleitung des Dorferneuerungsverfahrens dem Grunde nach zu. Auch dem Straßenbau, der parallel zur Dorferneuerung erfolgen soll, erteilte das Gremium die grundsätzliche Zustimmung.
Bürgermeister Alois Scherer skizzierte den möglichen Ablauf. Im Herbst 2012 wird demnach eine Auftaktveranstaltung zur Dorferneuerung stattfinden. Die Bürger werden dabei über den Verfahrensablauf und allgemein über den Straßenbau informiert. Im Anschluss besuchen die Interessenten und Entscheidungsträger ein zweitägiges Dorferneuerungsseminar.
Im nächsten Schritt wird ein Arbeitskreis im nächsten Jahr in enger Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro die einzelnen Planungen erarbeiten. Der so erarbeitete Dorferneuerungsplan muss so rechtzeitig abgeschlossen sein, dass die Maßnahmen im Dezember 2013 oder Januar 2014 ausgeschrieben werden können. Gleichzeitig werden die Straßenplanungen, die außerhalb des Dorferneuerungsverfahrens ablaufen, so rechtzeitig geplant, dass eine gemeinsame Ausschreibung erfolgen kann und so günstigere Preise erzielt werden können. Die Baudurchführung aller Projekte wird dann 2014 erfolgen.
Selbstverständlich werden bei den Straßenbauarbeiten die Kanäle und Wasserleitungen überprüft, um so eventuelle Schäden mit dem Straßenbau sanieren zu können. Die Maßnahmen werden auch zum kostengünstigen Verlegen von Leerrohren für eine künftige Breitband-Infrastruktur genutzt.
Für die Erneuerung der Ortsstraßen sind von den Anliegern Straßenausbaubeiträge zu leisten. Im Herbst 2014 dürfte mit einer ersten Rate und im Frühjahr 2015 mit der Schlussrate zu rechnen sein. Genaue Informationen zur Beitragsbelastung der einzelnen Anwesen können erst nach Vorliegen der Ausschreibungsergebnisse im ersten Quartal 2014 gegeben werden.
Die Kosten für das Gesamtprojekt Dorferneuerung, Ortsstraßenbau und den Bau der Verbindungsstraße sind vorläufig und unverbindlich auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt. Die Dorferneuerungsmaßnahme wird mit 50 Prozent Zuschuss gefördert. Für den Bau der Verbindungsstraße wird mit bis 45 Prozent an Förderung gerechnet. Die Ortsstraßen werden nicht bezuschusst.
Das Projekt bietet die Chance, das Erscheinungsbild des Ortsteils zu verbessern und Defizite an öffentlichen Einrichtungen zu beheben sowie die Straßeninfrastruktur in und um Döllwang auf einen aktuellen Stand zu bringen, hieß es am Dienstag-Abend.
Ausnutzung der Volksfestbuslinie
Die Buslinien zum Neumarkter Volksfest sind mittlerweile eine festes Angebot der Gemeinde an ihre Bürger und werden von den Volksfestbesuchern gerne angenommen.
Bürgermeister Scherer stellte die heurigen Fahrgastzahlen vor. Demnach nutzten in diesem Jahr 1062 Volksfestbesucher bei 44 Fahrten das Angebot. Daneben wurden am Kindernachmittag bei drei Hin- und Rückfahrten etwa 140 Kinder kostenlos befördert.
Bei einem Fahrpreis von 2,50 Euro für die einfache Fahrt bezuschusst die Gemeinde die Volksfestlinie mit etwa 1,70 Euro.
Die sichere Beförderung der Fahrgäste zum Volksfest, vor allem der Kinder und Jugendlichen, sind dem Gemeinderat diesen Aufwand wert, hieß es. Das Angebot soll auch künftig aufrechterhalten bleiben. Dies gilt auch für die weniger gut ausgelasteten Fahrten an den Sonntagen und am Feiertag Maria Himmelfahrt.
Baugebiet Oberbuchfelder Weg BA 10
Mit dem Beschluss über die Aufstellung des Bebauungsplans bei gleichzeitiger Flächennutzungsplanänderung stehen mit dem Bauabschnitt 10 im Oberbuchfelder Weg weitere 14 "hervorragende" Bauplätze zur Verfügung. Nach Abschluss der Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und der sonstigen Träger öffentlicher Belange im Bauleitplanverfahren konnte der Gemeinderat nun die Abwägung der Belange vornehmen und die Aufstellung des Bebauungsplans beschließen. Unüberbrückbare Einwände lagen nicht vor.
Das neue Bauland in Deining besitze durch seine Lage und den günstigen Preis eine große Attraktivität bei jungen Familien, hieß es.
Der Gemeinderat hatte sich in der Sitzung im November letzten Jahres für die Einleitung des Verfahrens zum Erlass einer Innenbereichssatzung für ein Grundstück im Anschluss an die Erschließungsstraße "Am Gesteinet" in Waltersberg ausgesprochen. Nach der Beteiligung der Fachstellen und der Bürger konnte das Gremium nun das Verfahren mit dem Beschluss einer entsprechenden Satzung zum Abschluss bringen.
In dem am 03.04.2012 beschlossenen Städtebaulichen Entwicklungskonzepts für die Gewerbegebietsstandorte in Deining ist unter anderem die Rücknahme des im Flächennutzungsplan dargestellten Gewerbegebietsstandorts "Großer Acker" bei der Roßamühle festgelegt. Der Standort ist wegen der Konzentration auf den Gewerbepark Deining nicht mehr erforderlich. Nach Abschluss der Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und der sonstigen Träger öffentlicher Belange im Bauleitplanverfahren konnte der Gemeinderat nun die Abwägung der Belange vornehmen und eine entsprechende Flächennutzungsplanänderung beschließen. Die bisher als Gewerbegebiet ausgewiesene Fläche wird künftig als Fläche der Landwirtschaft dargestellt.
Ortskernsanierung Deining
In den vergangenen 15 Jahren konnten beinahe sämtliche Vorgaben aus dem städtebaulichen Sanierungskonzept für den Ortskern Deining in vorbildlicher Weise abgearbeitet werden, hieß es bei der Gemeinderatssitzung.
Bürgermeister Alois Scherer hob die Segnungen der Städtebauförderungsmaßnahme für den Kernort hervor. Nach Abschluss der Schloßstraße sind rund 1,7 Millionen Euro an Fördermitteln in die Gemeinde geflossen. Mit den Mitteln konnte das "Gesicht" des Ortskerns nachhaltig verändert werden. Als besonders wichtige und augenfällige Maßnahme im Hochbaubereich hob der Bürgermeister die Sanierung der Alten Post hervor. Daneben trugen viele Bauberatungen und die Verbesserung von Fassaden- und Dachgestaltungen sowie an Einfriedungen und Privatflächen im öffentlichkeitswirksamen Bereich ebenfalls maßgeblich zum Gelingen des Städtebauförderungsprojekts und zur nachhaltigen Verbesserung des Erscheinungsbildes des Kernorts bei.
Nachdem weitere Ordnungsmaßnahmen im Hoch- und Tiefbaubereich nun nicht mehr anstehen, beschloss das Gemeinderatsgremium nur mehr die Weiterführung des Angebots der städtebaulichen Einzelberatungen und die Fortführung des Fassadenprogramms. Die für die Eigentümer kostenlosen Einzelberatungen und die Fördermöglichkeiten im Rahmen des Fassadenprogramms sollen noch bis 2013 fortgesetzt werden, bis die Ortskernsanierung von Deining dann voraussichtlich abgeschlossen sein wird.
Neuer Straßenname
Im neuen Bauabschnittes 10 im Baugebiet Oberbuchfelder Weg in Deining wird eine weitere neue Erschließungsstraße gebaut, für die eine Straßenbezeichnung vergeben werden musste. In Anlehnung an die bisherige Praxis, die Straßen im Baugebiet nach ehemaligen Deininger Persönlichkeiten zu benennen, beschloss der Gemeinderat, die Straße dem 1993 verstorbenen Deininger Arzt Dr. Josef Lang zu widmen. Lang war seit Ende der 40er Jahre bis 1980 als Hausarzt in Deining tätig und er war von der Bevölkerung hoch geschätzt. Der neue Straßenname lautet: Dr.-Lang-Straße.
12.09.12
neumarktonline: Große Pläne für Döllwang(Zur Übersicht Lokalteil Deining)
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